Geschichte des ASV-Mackelcher-Mainz e.V.

Vereins-Chronik

ln den Jahren vor 1920 trafen sich in der Gaststätte von Jakob Eichblatt in Mainz regelmäßig vier Sportangler als Stammgäste. Der Wirt kam nun auf die Idee, einen Angelsportverein zu gründen und er machte ihnen diesen Vorschlag. Da diese Sportfreunde ihren Angelsport in der Hauptsache mit der Grundangel betrieben, kam der Wirt auf den Gedanken, dem neuen Verein den Namen

»MACKELCHER«

zu geben.

Den Nichtmainzern sei hier erwähnt, daß in Mainz eine Grundangel mit »Mackel« bezeichnet wird. Eine Handangel mit treibendem Floß wird Handmackel genannt, wenn diese mit einem Grundblei beschwert wurde. Da bei dieser Angelmethode zumeist Güstern gefangen wurden, nannte man diese auch Fettmackelcher.

Die Namensbildung dürfte nun jedem verständlich geworden sein.

Bei der Gründungsversammlung am 20. Juni 1920 waren es schon 25 Sportfreunde, die im neuen Verein Mitglied wurden. Man einigte sich auf den Namen: »Angel- und Vergnügungsverein Mackelcher«. Als erster Vorsitzender wurde Sportfreund Fritz Mühlenberg gewählt. Als Nachfolger übernahm Sportfreund Heinrich Pfeifer den Vorsitz und er behielt ihn bis 1942. Unter Sportfreund Pfeifer hatte der Verein einen großen Aufschwung. Bei der Übernahme des Vereins waren es 50 Mitglieder und bis zum Jahr 1935 war die Mitgliedsstärke auf über 300 angestiegen. Der Verein wurde groß und größer. Durch die Kriegsjahre war die Vereinstätigkeit zum Erliegen gekommen und am 12. Mai 1946 war es Sportfreund Pfeifer, der die Mackelcher wieder zusammenführte. Ihm wurde damals zur Auflage gemacht, das Wort Vergnügungsverein nicht mehr zu verwenden. Sportfreund Heinrich Pfeifer verstarb 1948, nachdem er vorher den Vorsitz an Sportfreund Richard Litzius abgegeben hatte. Auch Sportfreund Litzius erkrankte schwer und gab 1954 das Amt an den Sportfreund Anton Nichtern ab. Der Verein erhielt eine neue Satzung und ein neues Vereinsabzeichen, das noch heute seine Gültigkeit hat. Anton Nichtern legte sein Amt 1958 wieder nieder. Nun war es Sportfreund Hans Bruchmann, der den Verein zu leiten hatte. Unter seiner Führung gelang es, die letzte Waschbrücke von der Stadt Mainz zu kaufen, die dann zu einem Vereinsheim umgebaut wurde. Auf Vorschlag im Verein erhielt unser Vereinsheim den Namen:

»Die letzt’ Wäschbrigg«.

Sie liegt im Mainzer Winterhafen und zeigt heute noch an ihren Konturen, wie früher die Mainzer Frauen im sauberen Rhein ihre Wäsche gewaschen haben. Zum Ausbau der Waschbrücke mußten die Mitglieder viele Opfer bringen. Sportfreund Bruchmann stand hier immer an erster Stelle und den Mut dazu gaben ihm die Mitglieder des Vorstandes und des ganzen Vereins. Als er im Frühjahr 1968 überraschend die Führung wegen Krankheit niederlegte, hatte der Verein schwere Tage und Wochen zu bestehen. Es war dem Schriftführer, Sportfreund Willi Masson, und allen Vorstandsmitgliedern zu verdanken, daß wir heute mit Ruhe und Gelassenheit in die Zukunft blicken können. Als neuer Vorsitzender wurde Sportfreund Hans Hesch gewählt. Der Verein bestand nur noch aus 120 Mitgliedern.

Am 21. März 1970 begingen wir im Haus der Jugend unsere 50jährige Jubiläumsfeier, an der ca. 320 Personen teilnahmen. Als Ehrengäste konnten wir von der Stadt Mainz Herrn Bürgermeister Delorme, den Vorsitzenden des Sportbundes Rheinhessen, Herrn Delnef, die Ehren- präsidenten des Landesverbandes, Herrn Tiefel, Herrn Kirchner und den Präsidenten, Herrn Berger, sowie den Vorsitzenden der Bezirksgruppe, Herrn Wunderlich, begrüßen. Besonders wurden die anwesenden Gründer des Vereins, die Sportfreunde Schuhmann und Felmer, begrüßt. Am 5. Juli 1970 veranstaltete der Verein im Rhein bei Ingelheim ein Jubi- Iäumsangeln mit einer Teilnahme von 456 Anglern. Das Rheinangeln wurde von Jahr zu Jahr schlechter, das Wasser schmutziger und die Fische ungenießbar. ln der Vorstandssitzung vom 2. Januar 1972 wurde das erste Mal von einer Gewässerbeschaffung bei Budenheim gesprochen und Kontakt mit dem Grundstücksbesitzer aufgenommen. Leider scheiterte das Projekt. In der Vorstandssitzung vom 23. Juni 1972 wurde der Rücktritt des bisherigen 1. Vorsitzenden, Sportfreund Hans Hesch bekannt. Daraufhin wurde in einer außerordentlichen Versammlung am 1. Juli 1972 der Sportfreund Willi Masson einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt, der seinen Vorgänger entsprechend würdigte und seinen Dank für die geleistete Arbeit aussprach.

In dieser Zeit meldete Sportfreund Wilhelm Steinmetz, daß in Hahnheim ein günstiges Gelände zum Verkauf stehe, woraufhin unser 1. Vorsitzender Willi Masson und Sportfreund Horst Kiesl dieses schnellstens begutachteten und den Mitgliedern mit einem Dia-Vortrag schmackhaft machten. Einstimmig waren die anwesenden Mitglieder der außerordentlichen Versammlung vom 2. September 1972 mit dem Ankauf des Geländes einverstanden. Nun wurde unser 1. Vorsitzender Willi Masson aktiv. In kürzester Zeit war er mit allen möglichen Behörden im Gespräch. Der Kauf und Ausbau des vereinseigenen Gewässers in Hahnheim, der mit 198.000,- DM beziffert wurde, hatte leider auch eine negative Seite. Er brachte dem Verein eine unvorhergesehene Austrittswelle. lm Dezember 1973 hatten wir nur noch 82 MitgIieder. Bei der außerordentlichen Versammlung vom 17. März 1974 wurde den 40 anwesenden Mitgliedern erklärt, daß für den Beginn des Gewässerausbaues noch ein Betrag von 10.000,- DM fehle. ln einer Spendenliste trugen sich noch an diesem Abend 33 Mitglieder mit einem Gesamtbetrag von 9.020,- DM ein. Ein erfreuliches Ergebnis, das zu Optimismus Anlaß gab. Es zeigte sich danach immer wieder, daß die Sportfreunde bereit waren für ihr neues Gewässer etwas zu tun. In dieser Zeit waren die Arbeitsstunden pro Mitglied auf 50 Stunden festgesetzt, heute undenkbar. Zwischendurch wurde jedes MitgIied mit einer einmaligen Umlage in Höhe von 300,- DM für den Gewässerausbau belegt. Im Juli 1974 wurden die Baggerarbeiten abgeschlossen. Am 13. April 1975 fand unser Anangeln und gleichzeitiges Eröffnungsangeln in Hahnheim statt. Die erste Angelerlaubniskarte für unser neues Gewässer erhielt der Sportfreund Willi Fabich; er hatte sie bei der Verlosung gewonnen.

Am 3. Mai 1975 gab unser 1. Vorsitzender Willi Masson freudestrahlend bekannt, daß wir die entstandenen Kosten von 174.000,- DM innerhalb von 3 1/2 Jahren abgetragen haben. Dabei darf nicht vergessen werden, daß wir von der Stadt Mainz und dem goldenen Plan 80.000,- DM erhielten. Summen für die wir sehr dankbar waren. Am 15. Juni 1975 war die Einweihung unseres Angelgewässers. In der Versammlung vom 5. April 1975 regte der 1. Vorsitzende den Bau eines Vereinsheimes an. Sportfreund Hans Wilhelm konnte uns ein Fertighaus zum Preis von 2.000,- DM vermitteln. Am 20. August 1976 erhielten wir von der Verbandsgemeindeverwaltung Nierstein-Oppenheim die Baugenehmigung. Es wurde dabei festgestellt, daß allerhand Auflagen zu erfüllen waren. Die Bauleitung übernahm Sportfreund Johann Becker. Es sei an dieser Stelle mal erwähnt, daß das gesamte Projekt Hahnheim nicht gelaufen wäre, wenn nicht immer wieder in entscheidenden Situationen hilfsbereite Sportfreunde sich gefunden hätten. Der Bau brachte manche Schwierigkeit, die aber mit Elan gemeistert wurde. So kamen wir endlich dazu am 19. und 20. Mai 1979 unser Jugendheim einzuweihen. Trotz sehr vielen Arbeitseinsätzen wurde der Sinn des Vereins im Auge behalten und unsere jährlichen Veranstaltungen eingehalten. Das Vereinsleben wurde nicht vernachlässigt.

Nun haben die Mackelcher nicht nur das Angelgelände in Hahnheim mit dem Jugendheim, sondern im Mainzer Winterhafen noch ein Clubheim »Die letzt Wäschbrigg«. ln diesem fanden immer wieder Versammlungen, Vorstandssitzungen und Veranstaltungen statt.

Am 27. März 1990, viel zu früh, verstarb unser langjähriger 1. Vorsitzender Willi Masson nach längerer, schwerer Krankheit. Er hinterließ eine Lücke, die für den Verein nur schwer zu schließen war. Willi Masson war ein Vorbild für jeden. Es ist unglaublich, wieviel Zeit er für den Verein opferte. So hat er unter anderem das Projekt in Hahnheim immer wieder vorangetrieben und auch zum Abschluß gebracht. Es war sein Lebenswerk. Der Verein hat zum Gedenken ein jährliches »Willi-Masson-Gedächtnisangeln« eingeführt.

Laut Satzung mußte schnellstens ein neuer 1. Vorsitzender gewählt werden. Der 2. Vorsitzende Adam Wiersdörfer übernahm kommissarisch den Vorsitz bis zu einer Neuwahl in der Jahreshauptversammlung am 26. Januar 1992. Er legte in dieser aus gesundheitlichen Gründen sein Amt und die kommissarische Leitung des Vereins nieder.

Sportfreund Erwin Baum, Vorstandsmitglied, wurde vorgeschlagen und nahm die Wahl zum 1. Vorsitzenden an, gewählt wurde er einstimmig. Er würdigte seinen Vorgänger und dankte ihm für seine geleistete Arbeit. Heute wissen wir, daß wir keinen Besseren finden konnten. Nach 3jähriger Tätigkeit steht das 75jährige Jubiläum vor der Tür, was unseren 1. Vorsitzenden Erwin Baum vor neue schwierige Aufgaben stellt, die er aber, wenn Sie diese Zeilen lesen, bestimmt gelöst hat. Aber die weit größeren Aufgaben sind bestimmt die nächsten 25 Jahre.

Allen aktiven und inaktiven Sportlern und Sportlerinnen sowie Spendern und Gönnern, die durch ihre Arbeit zum Wohle des Vereins beitrugen, sei hier nochmals herzlich gedankt.

ANGELSPORTVEREIN MACKELCHER MAINZ